Mittwoch, Februar 22, 2012
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Geschichte des "Zuckerhutes"

1423 wurde die kleine Stadt Hettstedt zum Schutz vor Feinden mit einer Mauer umgeben. Sie zog sich vom Brücktor (Elektrofunk) entlang der Wipper zur Gerberei, die neben dem Zuckerhut lag. Von dort führte sie weiter zum S aigertor und weiter in Richtung jetziger Stadtpark. Von dort zog sie sich wieder zur Wipper und zum Brücktor zurück. Die Hettstedter Wasserburg, deren Burgfried noch heute am Brauhaus steht, stand zur damaligen Zeit nicht in der Stadt. 

Da dieser Schutz bald nicht mehr ausreichte, wurden Türme errichtet. Das Saigertor und das Brücktor ermöglichten den Zugang zur Stadt. Der Efeuturm, der Molmeckerturm und der Hexenturm dienten als Verteidigungstürme und waren mit Leitern begehbar. Die Eingänge zu den Türmen waren über die Wehrgänge der Stadtmauer erreichbar. Auf den Planken an der Wipperseite patroulierten die Stadtwachen, deshalb heißt die Straße heute "Hinter den Planken".

Durch den aufstrebenden Kupferbergbau in der Hettstedter Umgebung wurde der Wohnraum in der durch die Stadtmauer geschützten Stadt Hettstedt immer knapper. So wurde jeder Fleck innerhalb der Stadtmauer für Wohnraum genutzt und am Zuckerhut entstand mit Nutzung der Stadtmauer ein Wohnhaus, das gleichzeitig als Gefängnis genutzt wurde. Damals wurde der Turm noch "Hexenturm" genannt. Dieser Name entstand im Zusammenhang mit dem Stadtgefängnis. Bereits im Mittelalter sollen Kräuterfrauen, die man als Hexen verdammte, in den Wehrturm herabgelassen worden sein, um dort elendig zu verhungern.

Um den Hexenturm zu verschönern wurde später eine Turmspitze aufgemauert, die die Form eines Zuckerhutes hatte. Dieser Spitze verdankt der Turm seinen späteren Namen. Eine ähnliche Turmspitze besitzen auch Türme in Aschersleben, diese sind nur kleiner.

Das Gefängnis im Haus wurde bis ca. 1900 genutzt, danach wurde es in das neue Hettstedter Rathaus verlegt. Bei dem einzigen Bombenabwurf 1945 über Hettstedt wurde das Gefängnis im Hettstedter Rathaus zerstört und so wurde das alte Gefängnis am Zuckerhut nochmals genutzt.
Der letzte Insasse soll ein russischer Kriegsgefangener gewesen sein, dem so mancher Hettstedter noch Kohl und Brot durch das Fenster zugesteckt haben soll. Auch drei Hettstedter Frauen mußten 1945 im alten Gefängnis einsitzen. Sie stimmten zur Ernte ein Liedchen mit Nazitexten an, wurden denunziert und sie mußten alle drei ins Kittchen. Die Verwandten durften sie aber abends wieder abholen.

Bis ca. 1980 bewohnte eine Familie Pfeiffer das Haus. Das Haus hatte viele kleine Räume und im Untergeschoß waren Ställe für Kohle, Holz und Vorräte. Im Hof war der Eingang und dort war auch die Toilette und Kaninchenställe.

Ab Ende der 80-er Jahre war das Haus dem Zerfall preisgegeben.

Nach der Wende wurde das Haus gesichert und das Dach repariert. Der Turm wurde saniert. 1998 bis 1999 wurde das Haus ausgebaut und für die Nutzung des "Brauhaus e.V." vorbereitet. Der Verein hatte seinen Sitz noch im Brauhaus, dass aber an die "Braukommune Hettstedt e. V." zurückging.

Der Verein nannte sich nun "Kunstzuckerhut e. V. Hettstedt" und nutzt das Objekt als Galerie und Kleinkunstbühne. Im Laufe der Zeit hat es sich zu einem kulturellen Zentrum der Stadt entwickelt.

Mit der Reihe "Zuckerhut - live" hat sich eine Szene für Livemusik gebildet. Viele Hettstedter sind an der kreativen Arbeit wie Töpfern, Malen, Gestalten interessiert und kommen gern ins Haus. Die Galerie bietet durch 6-wöchig wechselnde Ausstellungen für jeden Geschmack etwas.

Schulen haben bei uns die Möglichkeit das Haus für verschiedene Veranstaltungen zu nutzen wie z:B. Projekttage, Ausführungen zur Geschichte u.ä.

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